Die Pulsdauer

Der nächste entscheidende Parameter der dauerhaften Haarentfernung mittels IPL ist die richtig gewählte Pulsdauer der Lichtblitze während der Behandlung. Wir wissen bereits, dass die Lichtenergie durch das in den Melanozyten von Haar und Haarschaft produzierte Melanin absorbiert, in Wärmeenergie umwandelt und anschließend an die Haarfollikel geleitet wird.

Um den Haarfollikel dauerhaft zu schädigen (und somit das Nachwachsen neuer Haare zu verhindern) muss die Pulsdauer des Lichtblitzes länger sein als die thermale Relaxationszeit (TRT) der Melanozyten. Nur dann wird die Wärme auch wirklich in die Haarfollikel weiter geleitet und nicht zuvor durch das Umgebungsgewebe abgekühlt. Auf der anderen Seite darf die Pulsdauer auch nicht länger sein als die thermische Relaxationszeit des Haarfollikels selbst, damit neben dem Haarfollikel nicht auch das umliegende Gewebe durch die zu lange andauernde Wärmeeinwirkung beschädigt wird. Wir haben es also mit einer punktgenauen Abstimmung zwischen der TRT der Melanozyten (als unteren Wert der Pulsdauer) und der TRT des Haarfollikels (als oberen Wert der Pulsdauer) zu tun. Genau dazwischen liegt die optimale Pulsdauer für den IPL-Lichtblitz.
Untersuchungen haben gezeigt, dass der Haarfollikel mindestens 1 ms lang bis auf 70°C erhitzt werden muss, um zerstört zu werden.
Ist die Pulsdauer zu kurz gewählt, dann wird der Haarfollikel nicht dauerhaft zerstört, und nach einer Erholungsphase wird neues Haar nachwachsen. Wenn die Pulsdauer zu lang gewählt ist, wird zu viel Hitze in den umliegenden Bereich geleitet und kann zu thermischen Nebenwirkungen wie Verbrennungen führen.

Was die genaue Berechnung schwierig macht, ist die Tatsache, dass zusätzlich auch noch der Durchmesser von Haar und Haarschaft die thermische Relaxationszeit des Haares beeinflusst. Je dicker das Haar, desto länger ist seine thermische Relaxationszeit (TRT). Daher ist es nicht möglich, für die gesamte Behandlung zur dauerhaften Haarentfernung nur eine einzige Pulsdauer festzusetzen, die für alle Haardicken geeignet ist. Wenn das Haar dünner ist, braucht man weniger Energie (in diesem Fall eine kürzere Pulsdauer), um das Haar zu erhitzen.

Deshalb werden vor der IPL-Behandlung zunächst die Dicke und der Durchmesser der zu behandelnden Haare gemessen und diese Werte in das Epilux-System eingegeben. Die Einstellungen der Pulsdauer werden dann von der Epilux automatisch berechnet, nachdem die Dicke des Haares festgestellt wurde.