Zielchromophor

Unter einem Chromophor versteht man einen Farbträger. Im Falle der Haare ist es das Pigment Melanin, das im Haar und im Haarschaft enthalten ist. Der Haarfollikel selbst enthält kein Melanin und ist daher nicht das „direkte“ Ziel, sondern wird indirekt über die Wärme beschädigt. Das Zielchromophor ist demnach der im Zielgebiet vorhandene Farbträger, in unserem Fall das Melanin. Bei der Haarentfernung mittels IPL werden sowohl das Haar als auch der Haarschaft erhitzt, damit auf diese Weise die Wärme an den Haarfollikel weitergeleitet wird, der das eigentliche Ziel der Behandlung ist. Der Haarfollikel wird dauerhaft beschädigt, wenn er mindestens 1 ms (eine Millisekunde) lang eine Temperatur von 70°C erreicht.

Um diese Wärmeleitung zu gewährleisten, ist es entscheidend, dass sich ein Haar im Haarfollikel befindet. Nur so kann die Lichtenergie vom Haar – genauer: vom Zielchromophor Melanin im Haar – absorbiert, in Wärme umgewandelt und bis hinab zur Haarwurzel geleitet werden. Nur wenn sich das Haar in der anagenen Phase befindet, ist es mit der Wurzel und somit auch mit dem Haarfollikel verbunden. Nur dann erfolgt auch die Übertragung der erzeugten Wärme auf den Haarfollikel, und nur dann wird auch der Follikel nachhaltig beschädigt. In allen übrigen Phasen des Haarwachstums (katagene und telogene Phase) können die Haare nicht dauerhaft entfernt werden. So wird verständlich, warum es für eine wirklich dauerhafte Haarentfernung immer mehrerer Sitzungen bedarf, weil sich nur ein Teil der Haare auch in der für den Behandlungserfolg nötigen Wachstumsphase befindet. Die weiteren Folgebehandlungen sollten zeitlich so geplant werden, dass die nachwachsenden Haare in der frühen anagenen Phase behandelt werden können.